- Einführung: Fuss
Die therapeutischen Möglichkeiten im Bereich des Fusses und Sprunggelenkes waren bis vor Kurzem sehr eingeschränkt. Durch die Vertiefung des biomechanischen Verständnisses am Fuss können heute viel mehr Erkrankungen am Fuss erfolgreich behandelt werden. Typische Beispiele aus der Sprechstunde werden in diesem Themenheft von Orthopäden, Kinderorthopäden und Sportmedizinern aufgearbeitet und sollen als Unterstützung/Leitfaden in der Beratung der Betroffenen in der Praxis helfen.
Als Metatarsalgien werden belastungsabhängige Schmerzen im Bereich des Vorfussballens bezeichnet. Sie können aufgrund verschiedener Pathologien am Vorfuss auftreten. Typischerweise lassen sie sich durch einfache Massnahmen wie Einlagenversorgung und Patientenschulung gut therapeutisch angehen. Insbesondere die neuen Erkenntnisse zu den Bandstrukturen an den Metatarsophalangealgelenken haben dazu beigetragen, dass sehr stark belastete Regionen am Fuss heute in den meisten Fällen erfolgreich therapiert werden können.
Das funktionelle Kompartmentsyndrom wird in der Praxis häufig verkannt. Durch die Veränderungen der Freizeitgewohnheiten ist die Inzidenz in den letzten Jahren jedoch stark angestiegen und kann zu einer starken Einschränkung der Lebensqualität, vor allem bei sportlich Aktiven, führen. Die Kenntnis des Krankheitsbildes und die frühe Diagnose desselben können in den meisten Fällen zu einer dauerhaften Beschwerdelinderung führen.
Fussulcera sind eine grosse Herausforderung für alle Beteiligten, sowohl für die Betroffenen als auch die behandelnden Experten. Durch die korrekte Diagnose der Ursache, die interdisziplinäre Behandlung und Betreuung können schwerwiegende Komplikationen vermindert werden. Durch die Früherkennung der zugrunde liegenden Pathologie und die rasche Einleitung der korrekten Therapie können das Risiko für Amputationen, Rezidive und Gesundheitskosten erheblich gesenkt werden.
Osteochondrale Läsionen werden häufig als Zufallsbefunde auf Standardröntgenbildern vorgefunden. Die asymptomatischen Herde bedürfen in der Regel keiner weiteren Therapie. Wichtig bei diesen Läsionen ist jedoch die Erkennung von anatomischen Risikofaktoren, um langzeitig Folgeschäden wie degenerative Leiden vorzubeugen. Diese können sekundär zu einer Destruktion des Gelenkes führen.
Um kaum ein anderes Krankheitsbild am Fuss gibt es so viele Mythen wie um den kindlichen Senkfuss. Dieser ist in vielen Fällen physiologisch und richtet sich im Wachstum meist selbst auf. Dennoch sind wir in der Praxis häufig mit Fragen konfrontiert, wie etwa: «Braucht es Einlagen/Physiotherapie; muss der Fuss operativ angegangen werden; ist das Tragen von falschem Schuhwerk ursächlich verantwortlich?»
Im aktuellen Themenheft Fuss werden die oben genannten Themen von anerkannten Experten aufgearbeitet. Ich wünsche Ihnen eine vergnügliche Lektüre.
Mit allerbesten Grüssen
Mein Fusszentrum AG
Allschwilerstrassse 14
4055 Basel
markus.knupp@meinfusszentrum.ch